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  • Anne Frenzel

Zwischen zwei Welten

Aktualisiert: 25. Juli 2018

Vor zwei Jahren sind wir nach Kolumbien gezogen.

Manche nennen das gern AUSWANDERN. Aber ich weigere mich dieses Wort zu benutzen, den es klingt so sehr nach entgültigem Entschluß und der Idee alle Zelte hinter uns abzubrechen.

In unserer globalisierten Zeit fühlt es sich eher wie ein Seiltanz zwischen zwei Welten an. Trotz all meiner langen Reisen ist es mir erst in der Ferne bewußt gewurden, wie tief meine eigenen Wurzeln reichen und wie schmerzlich ich in meinem Alltag Freunde, Familie und vielerlei kleine Dinge vermisse.

Doch in mir gab es auch stets eine Sehnsucht diese Welt zu ergründen und ich bin dankbar für diese Herausforderung Teil einer anderen Kultur zu sein, als Künstlerin neue Wege zu beschreiten und dieses große Land Kolumbien mit seinen so unterschiedlichen Landschaften, Menschen und der noch wilden Natur erfahren zu dürfen.


Vielleicht wäre es einfacher sich für eine Seite der Medaille zu entscheiden. Doch wie dieser Olleto Baum, welcher gleichzeig blüht und Früchte trägt, habe ich dieses Jahr herausgefunden, daß ich mich nicht entscheiden muss und auch weiterhin ein Teil unseres Lebens in Deutschland stattfinden kann. Als deutsch-kolumbianische Familie werden wir immer vor der Frage stehen, wo unser Lebensmittelpunkt sein wird. Oftmals sind es vor allem äußere Bedingungen, wie die Arbeitslage, welche bestimmen wo unser Hauptwohnort sein wird. Doch für das Gleichgewicht beim Seiltanz sind beide Seiten wichtig und es gilt unsere individuellen Lösungen zu suchen damit uns dies gelingt.

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